Anleihen bzw. festverzinsliche Wertpapiere, Schuldverschreibungen, Obligationen, Pfandbriefe Seite 1(8)

Wie eine Anleihe funktioniert - Erklärung

Banken, Versicherungen, ja sogar Zentral­banken und auch Familien­väter lieben sie: die Anleihe. Denn eine gute Anleihe bietet Jahr für Jahr vorab festgelegte Zinserträge und eine sichere Rück­zahlung. Anleihen haben eine jahrhunderte­lange Erfolgs­geschichte. Heute stecken allein in deutschen Anleihen 3.250 Mrd. Euro (am 31.Dez.08 lt. Bundesbank).

Wer steckt dahinter?

Hinter einer Anleihe steht eine staatliche Stelle oder ein privater Konzern, die bzw. der sich Geld leihen will. Von diesem Heraus­geber kauft der Sparer eine Art "Schuld­schein", die Anleihe. Der Gegenpart des Sparers ist also allein der Herausgeber.

Die Nebenrolle der Bank: Die Bank des Sparers leitet das Geld weiter und verwahrt die Anleihe lediglich für den Sparer. Sollte sie pleite gehen, muß sie die Anleihe herausrücken.

Wie sich Regierungen und Konzern­chefs Hunderte Millionen leihen

Der Finanz­minister beurkundet, dass die Bundes­republik z.B. 5 Jahre lang

  • jährlich an einem bestimmten Tag z.B. 4 % Zinsen zahlen und
  • zusammen mit der letzten Zins­zahlung auch 100% des Guthabens, z.B. 6 Milliarden Euro, zurück­zahlen wird.
Kaufbeispiel Bundes­obligation S.153

Die Bundes­obligation Serie 153 kostet am 18. Februar 2009 108,41 %: Für z.B. 5.000 Euro Guthaben zahlt der Sparer also 5.420,50 Euro an den Herausgeber, die Bundesrepublik Deutschland (zahlbar 2 Geschäfts­tage später).

Zinsen taggenau: Hinzu kommt für 132 Tage auch 72,33 Euro Zinsanspruch (0,0110 % pro Tag) für den Heraus­geber/ Vor­besitzer.

Der Clou: Damit auch unser Familien­vater und viele andere Sparer dieses Anleihe kaufen können, unter­teilt man dieses riesige Guthaben in über­schau­bare Guthaben-Teile von z.B. je 1.000 Euro.

Der Heraus­geber will diese Teile ein paar hundertstel Prozent teurer verkaufen, der Sparer billiger kaufen. Dazwischen bildet sich an der Börse der aktuelle Preis der Anleihe, gemessen in % vom Guthaben. Er kann maßvoll von 100 % abweichen.

Zinsen taggenau: Hat die Zins­periode bereits begonnen, kauft man dem Verkäufer seinen zeit­anteiligen Zins­anspruch ab.

Welche Rechte hat ein Sparer?

Rechtebeispiel Bundes­obligation S.153

Ein Guthaben von 5.000 € bietet:

  • 4 % Zinsen jährlich am 11. Oktober (5 x € 200)
  • 100 % Rück­zahlung am 11. Oktober 2013 (€ 5.000).

Egal ob Hoch­wasser oder Konjunktur­abschwung, "die Zinsen werden [..] jährlich nach­träglich gezahlt" (siehe Ertrag) und die "[..]wertpapiere werden am fest­gelegten Fälligkeits­tag zum Nennwert zurückgezahlt" garantiert z.B. das Finanz­ministerium (siehe Sicherheit). So oder ähnlich steht es in den Anleihe­bedingungen bzw. im Emissions­prospekt einer Anleihe.

Nach dem Kauf hat der Sparer keine Pflichten gegenüber dem Herausgeber oder der Bank. Weiter: Wann sich Anleihen rechnen »


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