Anleihen bzw. festverzinsliche Wertpapiere, Schuldverschreibungen, Obligationen, Pfandbriefe Seite 2(8)

Wann sich Anleihen rechnen - Erklärung II

Welche Kosten fallen rund um eine Anleihe an?

Kostenbeispiel Bundes­obligation S.153

Ein Guthaben von 5.000 € kostet:

  • ca. 0,5 % Kaufkosten (€ 27,10)
  • ca. 0,3 % Rück­zahlungs­kosten (€ 15,-)
  • jährlich ca. 0,15 % für die Verwaltung (4 x € 7,82).

= ca. 1,40 % Kosten in knapp 5 Jahren (€ 73,38).

Der Heraus­geber verlangt keine Kosten vom Sparer, er trägt die Kosten für Kredit­würdigkeits­einschätzung, Börsen­zulassung und Vertrieb selbst. Die Bank verlangt für die Kauf­abwicklung ca. 0,5 % (bei manchen Anleihen kostenfrei), bei der Rück­zahlungs­abwicklung ca. 0,3 % (bei mancher Bank kosten­frei) und für die Auf­bewahrung und Verwaltung ca. 0,15 % pro Jahr vom aktuellen Wert.

Achtung: Mindest­auftrags­kosten, die je nach Bank 10 Euro und mehr erreichen können, verteuern kleinere Aufträge unter ca. 1.000 Euro.

Spar-Tipp: Es geht auch ganz ohne Bankkosten: Kauf, Verwaltung und Rück­zahlung haus­eigener Anleihen gibt es bei der (bundes-)deutschen Finanz­agentur und einigen (Pfandbrief-) Banken zum Nulltarif.

Die passende Anlage­dauer finden

Fälligkeits­beispiel Bundes­obligation S.153

Ein Guthaben von 5.000 € wird fällig:

Die Bundes­republik zahlt am Ende der Anlagedauer, hier am 11. Oktober 2013 das Guthaben zum Preis 100 % zurück (€ 5.000).

Neu heraus­gegebene Anleihen müssen am Fälligkeitstag, meist 5 oder aber 10 Jahre später, wieder zurück­gezahlt werden. Dann muß der Herausgeber das Guthaben zum Preis von 100%, d.h. komplett zurück­zahlen - egal welchen Preis der Sparer vorher bezahlt hatte. An der Börse werden täglich Anleihen weiter­verkauft. Dort gibt es auch Anleihen mit nahezu beliebiger restlicher Anlage­dauer. Wer in 4½ Jahren ein neues Auto kaufen will, kann mit dem Geld eine 4½-jährige Anleihe kaufen.

Wer nicht bis zur Rück­zahlung warten will, kann ein börsen­notiertes Anleihe jederzeit weiter­verkaufen (siehe Verkauf).

Das gradaus-Fazit: Gute Anleihen gehören als Grundstock in jeden Vermögens-Mix. Das Geld, das der Sparer mittel­fristig (4 bis 10 Jahre) ertrag­reich und sicher anlegen will, ist in guten Anleihen optimal aufgehoben. Also auch als eiserne Reserve für große An­schaf­fungen/ Um­schich­tungen der kommenden Jahre. Alternative: Bundes­schatz­briefe mit beschränkter Rückkaufs­preis­garantie.

Für längere Zeiträume (länger 10 Jahre) sind sie dann geeignet, wenn der Sparer auf den sicher vorher­sehbaren Ertrag wert legt. Legt er mehr Wert auf möglichst hohen Ertrag ist er mit guten Aktien oder Aktien­fonds oft besser bedient.

Link-Tipps: Ver­zins­liches Wertpapier (Wikipedia) · Basis­wissen Anleihen (Finanztreff). Weiter: Die neutrale Qualitäts­prüfung durch Experten »


 © gradaus Wir über uns · Impressum Mittwoch, 23. Oktober 2019
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